Neubau Sportvereinszentrum Calw
Sportvereinszentrum Calw – Bewegung im Dialog mit der Landschaft
Für den TSV Calw 1846 e. V. entstand auf einer schwierig erschließbaren Restfläche zwischen Bahntrasse und Bundesstraße ein Vereinszentrum, das aus seiner anspruchsvollen Lage architektonische Qualität entwickelt.
Projektfakten
Bauherr
TSV Calw 1846 e. V.
Adresse
Bahnhofstraße, 75365 Calw
Fertigstellung
2017
Leistungsumfang
Generalplanung (Architektur LPH 1–8, TGA LPH 1–8, Statik LPH 1–5)

Massivbau mit vollständig transparenter Nordfassade zu den Sandsteinformationen, Sichtbeton und Kalksandstein als prägende Materialien.
Aufgabenstellung
Ein komplexer Standort – eine klare architektonische Antwort.
Entwicklung eines Sportzentrums auf einer schwierig erschließbaren Restfläche
Umgang mit einem Umfeld zwischen Bahntrasse und Bundesstraße
Schaffung eines identitätsstiftenden Ortes für den Verein
Verbindung von Funktionalität, Wirtschaftlichkeit und landschaftlichem Bezug

Konzept
Architektonischer Ansatz
Das Gebäude reagiert direkt auf die besonderen Gegebenheiten des Grundstücks. Die Erschließung erfolgt ausschließlich von Norden – daraus entstand konsequent eine vollständig transparente Nordfassade. Diese Öffnung ermöglicht den freien Blick auf die umliegenden Sandsteinformationen und die Landschaft – ohne störende Verschattungselemente. Die weiteren Fassaden öffnen sich gezielt und schaffen unterschiedliche Blickbezüge in die Umgebung. Der Baukörper fügt sich bewusst in die Topografie ein und entwickelt seine Qualität aus der Beziehung zwischen Innenraum und Landschaft.


Herausforderung
Die Herausforderung lag in der Kombination aus schwieriger Lage und hohen funktionalen Anforderungen.
Bauen auf einem aufgefüllten Geländeplateau mit komplexem Baugrund
Integration in ein Umfeld zwischen Infrastruktur und Naturraum
Entwicklung eines klar strukturierten Gebäudes trotz eingeschränkter Erschließung
Sicherstellung maximaler Flexibilität im Innenraum
Umsetzung & Lösung
Klar strukturierter Massivbau mit robuster Materialität und flexibler Nutzung
Das Gebäude wurde als klassischer Massivbau umgesetzt, mit tragenden Bauteilen aus Sichtbeton und verputztem Kalksandstein. Die reduzierte Materialwahl zieht sich konsequent durch Innen- und Außenraum und schafft eine robuste, langlebige Architektur. Im Innenraum stehen Funktionalität und Wirtschaftlichkeit im Vordergrund: Sichtbeton, Holzfaserplatten sowie Linoleum- und Vinylböden prägen die Gestaltung. Eine Besonderheit ist die entwickelte Doppelbodenkonstruktion im Trainingsbereich, die eine flexible und gleichzeitig hoch belastbare Nutzung ermöglicht. Die Funktionsbereiche – Fitness- und Trainingsflächen, Kursräume, Umkleiden und Wellnessbereich, Verwaltung und Besprechung, Technik- und Nebenräume – sind klar gegliedert. Im Außenraum ergänzt eine befestigte Platzfläche im Norden das Gebäude als Aufenthalts- und Eventbereich, während entlang der Süd- und Westfassade Grünflächen für sportliche Aktivitäten entstehen.

Nachhaltigkeit & Technik
Effiziente Technik – angepasst an die besondere Lage.
Das Gebäude verfügt über ein ganzheitlich durchdachtes Energiekonzept:
Luft-Wasser-Wärmepumpe mit Fußbodenheizung
Gas-Brennwertkessel zur Spitzenlastabdeckung
zentrale Lüftungsanlage mit hoher Wärmerückgewinnung
Photovoltaikanlage zur Eigenstromerzeugung
KNX-Gebäudeautomation mit Tageslichtsteuerung, dimmbarer Beleuchtung und Fernüberwachung
E-Ladestationen für Fahrräder und PKW im Außenbereich
Aufgrund der Tallage wurde eine detaillierte Sonnenstandsanalyse durchgeführt, um die Energieerträge zu optimieren.
Die Gebäudeautomation erfolgt über ein KNX-Bussystem mit:
Tageslichtsteuerung
dimmbarer Beleuchtung
zentraler Steuerung und Fernüberwachung
Ergänzt wird das Konzept durch E-Ladestationen für Fahrräder und PKW im Außenbereich.











